Augen-Nachrichtenübersicht – Juni, Woche 2

Augen-Nachrichtenübersicht – Juni, Woche 2

1: Migräne kann Netzhaut und Aderhaut erheblich beeinflussen

Eine aktuelle Studie hat die signifikanten Auswirkungen von Migräne auf tieferliegende okulare Strukturen wie die Ganglienzellschicht, die Aderhaut und die Schicht der retinalen Nervenfasern identifiziert.

Frühere Studien konnten bereits zeigen, dass beide Arten von Migräne, d.h. Migräne mit Aura (MwA) und Migräne ohne Aura (MwoA), Veränderungen im zerebralen Blutfluss bewirken, die sich letztlich auf Netzhaut und Aderhaut auswirken.

Diese Studie, durchgeführt von Forschern der Ain Shams Universität in Kairo, Ägypten, untersucht diese Veränderungen und deren Korrelation hinsichtlich Typ (MwA und MwoA), Schweregrad und Dauer der Migräne mithilfe von SD-OCT (Spektral-Domänen-Okt) und EDT (Enhanced Depth Imaging Techniques).

Die Studie konnte eine signifikante Ausdünnung in allen Quadranten der RNFL (Nervenfaserschicht, Stratum opticum) bei Patienten mit beiden Migränearten feststellen.

Beide Ganglienzellschichten (sowohl superior als auch inferior) waren bei den Migränepatienten im Vergleich zu nicht betroffenen Probanden ebenfalls deutlich dünner.

Alle Quadranten der Aderhaut (die vaskularste Struktur des Auges) waren ebenfalls betroffen, mit signifikanter Ausdünnung.

Die Forscher konnten zudem feststellen, dass MwA und MwoA aufgrund der Gefäßkrämpfe in beiden Formen dieselben pathologischen Effekte auf Aderhaut, RNFL und GCL zeigen.

Weitere Details zur Studie finden Sie auf Healio.com.

2: Neue Hoffnung für Sehkorrektur durch nichtinvasive Technik

Forscher der Columbia University School of Engineering and Applied Science haben einen nichtinvasiven Ansatz zur dauerhaften Sehkorrektur entwickelt, wie ein Bericht zeigt. Präklinische Modelle der neuen Technik zeigen großes Potenzial.

Die Forscher nutzten die „Femtosekunden-Oszillator“-Technik, eine nichtchirurgische Methode zur selektiven und lokalen Veränderung der biomechanischen und biochemischen Eigenschaften des Hornhautgewebes.

Bei dieser Technik wird die makroskopische Geometrie des Gewebes verändert – und zwar auf nichtchirurgische Weise mit minimalen Nebenwirkungen und Einschränkungen im Vergleich zu refraktiven Operationen.

Diese neue Methode könnte bei der Behandlung häufiger Augenprobleme wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit), Astigmatismus und unregelmäßigem Astigmatismus hilfreich sein.

Während bestehende Lösungen für diese Augenprobleme einfache Brillen und Kontaktlinsen umfassen, gilt die Hornhaut-Refraktionschirurgie als dauerhaftere Lösung mit relativ hoher Erfolgsrate. Allerdings handelt es sich dabei um einen invasiven Eingriff mit möglichen postoperativen Komplikationen, die selten auch zu dauerhaftem Sehverlust führen können.

Auch laserassistierte Sehkorrekturoperationen wie LASIK (Laser in situ Keratomileusis) und PRK (Photorefraktive Keratektomie), die auf ablativer Technologie basieren, können die Hornhaut potenziell ausdünnen oder schwächen.

Sinisa Vukelic, der diese neu entwickelte nichtinvasive Methode an der Columbia University School of Engineering and Applied Science leitet, ist von dem Potenzial der Technik überzeugt, wie die präklinischen Studien zeigen.

Diese Methode verwendet einen ultrakurzen Laser, den sogenannten „Femtosekunden-Oszillator“, der sehr energiearme Impulse mit hoher Wiederholrate abgibt, um selektiv und lokal die biomechanischen und biochemischen Eigenschaften des Zielgewebes der Hornhaut zu verändern.

Mehr zu dieser interessanten Entwicklung finden Sie bei ScienceDaily.

3: Stammzellen könnten Patienten mit feuchter AMD helfen, verlorenes Sehvermögen zurückzugewinnen

Kate Rauch von der American Academy of Ophthalmology berichtet über eine weitere faszinierende Forschungsentwicklung. Wissenschaftler in England konnten bei blinden Patienten mit Hilfe menschlicher embryonaler Stammzellen teilweise funktionelles Sehvermögen wiederherstellen.

Stammzellimplantate in beschädigten Augen von zwei Patienten führten dazu, dass sie wieder genug Sehvermögen zum Lesen erhielten – eine Patientin in ihren Sechzigern, der andere in seinen späten Achtzigern.

Beide litten an einer Form der altersbedingten Makuladegeneration (feuchte AMD), verursacht durch undichte Blutgefäße im Auge. Tatsächlich ist die altersbedingte Makuladegeneration die häufigste Ursache für Erblindung bei Senioren, und derzeit gibt es keine verlässliche Heilung.

Das Beste, was Patienten tun können, ist, ihr verbliebenes Sehvermögen mit verschiedenen Techniken, einschließlich Sehhilfen für Sehbehinderte, bestmöglich zu nutzen. Diese neue Behandlung, die sich noch in einem frühen Forschungsstadium befindet, könnte jedoch ein neuer Hoffnungsschimmer für Betroffene sein.

In der Studie wurden die degenerierten oder atrophierten Netzhautschichten eines Auges der Patienten mit Stammzellpflastern aus der nährenden unteren Netzhautschicht, dem sogenannten „RPE“ (Retinales Pigmentepithel), implantiert.

Die fremden Zellen interagierten natürlich und reibungslos mit dem umliegenden Gewebe und stellten teilweise das Sehvermögen wieder her – und das bisher ohne unheilbare Nebenwirkungen.

Mehr zu dieser interessanten Entwicklung finden Sie bei der American Academy of Ophthalmology.

4: Was, wenn Sie sich zwischen Ihrem Sehvermögen und Bildung entscheiden müssten?

Laut einer aktuellen Studie könnte eine längere Bildungszeit das Risiko erhöhen, an Myopie (Kurzsichtigkeit) zu erkranken, berichtet Ana Sandoiu auf MEDICALNEWSTODAY.com.

Allein in den USA ist Myopie eine der häufigsten Augenerkrankungen bei Menschen im Alter von 12 bis 54 Jahren, von denen mehr als 40 % betroffen sind. Verschiedenen Studien zufolge werden bis 2050 weltweit 5 Milliarden Menschen an Myopie leiden, davon 1 Milliarde an starker Myopie, einer Erkrankung, die das Risiko für Glaukom, Netzhautablösung und Katarakt erhöht.

Forscher hatten bereits einen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Myopie festgestellt, konnten jedoch die Kausalität nicht klären – was diese neue Erkenntnis besonders relevant macht.

Die University of Bristol und die Cardiff University im Vereinigten Königreich untersuchten, ob Bildung das Risiko für Myopie erhöht oder ob Myopie dazu führt, dass Menschen länger in der Schule bleiben.

Die Studienergebnisse zeigten, dass jedes zusätzliche Bildungsjahr (bezogen auf das britische Bildungssystem) mit einer Zunahme der Kurzsichtigkeit um -0,27 Dioptrien pro Jahr verbunden ist.

Eine einfache Analogie: Eine Person, die eine Universität besucht, hat im Vergleich zu jemandem, der die Schule mit 16 verlässt, wahrscheinlich etwa -1 Dioptrie mehr Myopie.

Andererseits konnten die Wissenschaftler keine signifikanten Belege dafür finden, dass mehr Kurzsichtigkeit dazu führt, dass Menschen länger Bildung verfolgen.

Weitere Details zu dieser spannenden Studie finden Sie auf MEDICAL NEWS TODAY.

5: Augeninnendruckmessung zu Hause ist jetzt Realität – dank dieses neuen FDA-zugelassenen Geräts

Liz Segre von „ALL ABOUT VISION“ berichtet über ein erstaunliches neues Gerät, das die Überwachung Ihres Augeninnendrucks (intraokularer Druck – IOP) ermöglicht.

Früher hatten Augenärzte Schwierigkeiten, die richtige Dosierung von Glaukommedikamenten zu verschreiben, da der IOP im Tagesverlauf häufig schwankt. Ein hoher IOP kann den Sehnerv schädigen und zu dauerhaftem Sehverlust führen.

Das neue Gerät namens „Icare Home“ (von der FDA zugelassen) ist ein praktisches Hilfsmittel für solche Situationen. Die Anwendung ist sehr einfach: Sie positionieren das Gerät korrekt vor Ihrem Auge, wobei rote und grüne Lichtsignale helfen, und es erkennt automatisch das zu messende Auge und nimmt die Messungen vor.

Es kann eine einzelne Messung durchführen oder eine automatisierte Sequenz von sechs Messungen für höhere Genauigkeit ausführen.

Mehr Informationen zu diesem Gerät finden Sie auf ALL ABOUT VISION.