Die meisten von Ihnen sind wahrscheinlich bereits mit der Funktion und Bedeutung des Sehnervs vertraut. Er dient als Autobahn, die Ihre Augen mit Ihrem Gehirn verbindet, und das Glaukom ist eine Augenerkrankung, die diesen Sehnerv schädigt.

Eine der Hauptursachen für Glaukom ist die Flüssigkeitsansammlung im vorderen Teil des Auges, wodurch der Druck im Auge (intraokularer Druck) ansteigt und im Laufe der Zeit den Sehnerv schädigt.
Derzeit gibt es keine wirksame Heilung für Glaukom, aber eine frühzeitige Erkennung kann helfen, einen Sehverlust zu verhindern. Deshalb empfehlen Experten regelmäßige Augenuntersuchungen.
Glaukom kann alle Altersgruppen betreffen, am häufigsten sind jedoch Erwachsene in ihren 70ern und 80ern betroffen. Laut Prevent Blindness America liegt die Prävalenzrate von Glaukom bei 1,9 % für Erwachsene über 40 Jahre in den USA.

Anzeichen und Symptome von Glaukom
Oft als „stiller Dieb des Sehvermögens“ bezeichnet, bleibt diese Augenerkrankung meist symptomlos, bis es bereits zu spät ist. Sie entwickelt sich langsam über viele Jahre und betrifft zuerst das Seiten- oder periphere Sehen.

Deshalb wissen viele Menschen nicht, dass sie an Glaukom leiden, und es wird meist erst bei einer routinemäßigen Augenuntersuchung entdeckt. In der Regel sind beide Augen betroffen, wobei eines stärker als das andere beeinträchtigt sein kann.
Viele Betroffene klagen über verschwommenes Sehen oder das Auftreten von regenbogenfarbenen Ringen um helle Lichtquellen als häufigste Symptome dieser sehbedrohlichen Erkrankung. Weitere Anzeichen und Symptome können sein:
- Starke Augenschmerzen
- Rötung der Augen
- Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
Arten von Glaukom
Es gibt verschiedene Glaukomarten:
i: Offenwinkelglaukom
Die häufigste Form der Erkrankung, das Offenwinkelglaukom, wird durch eine teilweise Blockade des Trabekelwerks verursacht, wobei der Abflusswinkel zwischen Hornhaut und Iris offen bleibt. Dies führt zu einem allmählichen Anstieg des Augeninnendrucks, der den Sehnerv schädigt. Diese Variante wird auch als „Weitwinkelglaukom“ bezeichnet. Der Verlauf ist so langsam, dass viele Menschen ihr Sehvermögen verlieren, bevor sie überhaupt von der Erkrankung erfahren.
ii: Engwinkelglaukom
Auch als „Engwinkelglaukom“ bekannt, entsteht diese Form durch ein Vorwölben der Iris, das den Abflusswinkel zwischen Hornhaut und Iris ganz oder teilweise blockiert. Dadurch wird der Abfluss der Augenflüssigkeit gestört, was zu einem erhöhten Augeninnendruck führt. Manche Menschen haben von vornherein verengte Abflusswinkel und sind daher besonders gefährdet.
Diese Form wird weiter unterteilt in akutes Engwinkelglaukom, das plötzlich auftritt und als medizinischer Notfall gilt, sowie chronisches Engwinkelglaukom, das sich allmählich entwickelt.
iii: Normaldruckglaukom
Bei dieser Variante liegt der Augeninnendruck im normalen Bereich, dennoch ist der Sehnerv geschädigt. Die genaue Ursache ist unbekannt. Einige vermuten eine hohe Empfindlichkeit des Sehnervs, andere führen es auf eine verminderte Durchblutung des Sehnervs zurück, etwa durch Ablagerungen in den Arterien (Arteriosklerose) oder andere Durchblutungsstörungen.
iv: Glaukom bei Kindern
Entgegen der weit verbreiteten Annahme kann Glaukom auch Säuglinge und Kinder betreffen. Manche sind von Geburt an betroffen, andere entwickeln die Erkrankung in den ersten Lebensjahren. Ursachen können Abflussblockaden oder zugrundeliegende medizinische Erkrankungen sein, die den Sehnerv schädigen.
v: Pigmentglaukom
Bei dieser Form werden die Abflusskanäle des Auges durch Pigmentgranulate aus der Iris verstopft oder verengt. Diese Pigmentpartikel können durch Aktivitäten wie Joggen aufgewirbelt und im Trabekelwerk abgelagert werden, was den Augeninnendruck erhöht und den Sehnerv schädigt.
Ursachen von Glaukom
Die Ursachen für Glaukom sind vielfältig. Der erhöhte Augeninnendruck ist die Hauptursache aller Glaukomformen, verursacht durch eine unzureichende Ableitung der Augenflüssigkeit.
Die genaue Ursache für den erhöhten Druck ist oft unbekannt, jedoch erhöhen bestimmte Faktoren das Risiko, darunter:
Alter: Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Glaukom zu erkranken.
Ethnische Herkunft: Ihre ethnische Zugehörigkeit beeinflusst das Risiko; beispielsweise sind Menschen asiatischer, afrikanischer und karibischer Abstammung stärker gefährdet.
Familiäre Vorbelastung: Wenn ein Elternteil oder Geschwister Glaukom haben, ist das Risiko erhöht.
Andere Erkrankungen: Diabetes, Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit sind ebenfalls Risikofaktoren.
Diagnose von Glaukom
Zur Diagnose überprüft Ihr Arzt Ihre Krankengeschichte und führt eine umfassende Augenuntersuchung durch, die verschiedene Tests umfassen kann, wie:
Okulare Tonometrie: Messung des Augeninnendrucks.
Gesichtsfeldtest: Erkennung von Gesichtsfeldausfällen.
Pachymetrie: Messung der Hornhautdicke.
Gonioskopie: Untersuchung des Abflusswinkels.
Test auf Sehnervschäden: Erweiterte Augenuntersuchung und bildgebende Verfahren.
Behandlungsmöglichkeiten bei Glaukom
Eine Rückbildung bereits eingetretener Sehverluste ist derzeit nicht möglich, aber eine frühzeitige Diagnose und wirksame Behandlung können eine weitere Verschlechterung verhindern.
Die Behandlung richtet sich nach der Glaukomart und umfasst unter anderem:
Augentropfen
Verschreibungspflichtige Augentropfen sind eine der grundlegenden Behandlungsformen. Sie senken den Augeninnendruck, indem sie entweder den Abfluss der Augenflüssigkeit verbessern oder die Produktion der Flüssigkeit verringern.
Tabletten
Wenn Augentropfen nicht ausreichen, verschreiben Augenärzte häufig orale Medikamente, meist sogenannte Carboanhydrase-Hemmer. Diese können jedoch Nebenwirkungen haben.
Operationen und andere Therapien
Ihr Augenarzt kann verschiedene chirurgische Verfahren empfehlen, darunter Lasertherapie, Filteroperationen, Drainageröhrchen oder minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS).
Sehhilfen bei Sehbehinderung
Da Glaukom das Sehvermögen schleichend und oft symptomlos beeinträchtigt, bleiben viele Betroffene lange unbemerkt, bis bereits Sehverlust eingetreten ist. Daher werden häufig auch Sehhilfen wie IrisVision empfohlen.